Abschied feiern und das richtig

Offiziell wurde das erfolgreiche Projekt PWE, das noch bis zum 31.12.21 läuft, bereits am letzten Donnerstag verabschiedet. Geladen hatte das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAfzA) nach Berlin zur hybriden Veranstaltung ins Umweltforum.

Hinfahren oder nicht war in den bestehenden Coronazeiten schon die erste wichtige Frage?  Die letzte Gelegenheit, auch die Kolleginnen und Kollegen, mit denen wir seit dem 1.03.2009 vertrauensvoll zusammenarbeiten und uns austauschen, noch einmal live und in Farbe zu sehen.

Was sagt man, wenn ein so erfolgreiches Projekt nach fast 13 Jahren Laufzeit zu Ende geht?

Grußworte, virtuell gesprochen mit vielen Allgemeinplätzen. Dann, was hat es gekostet und was ist schon abgerechnet? Der Anfang mit neun Projektträgern, verteilt in der Republik, dann der Ausbau auf mehr als zwanzig Standorte und das Schweigen dazu, dass Standorte zum Halbjahresende ihre Pforten geschlossen und/oder Personal reduziert haben. Unsere Teilnehmenden sind erfolgreich, trotz Finanzkrise 2009, trotz Coronajahren: 68 Prozent kommen in Arbeit, wurden aktiviert, statistisch gesehen über die Zeit. Augsburger Frauen waren ebenso erfolgreich.

Keynote-Speakerin Prof. Dr. Katharina Wrohlich, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. sprach zum bekannten Thema Gender Pay Gap. Faktenaufbereitung! Es gibt noch viele andere Gaps, die nicht thematisiert wurden: Care-Gap, Skill-Gap, Digital Gender Gap, u.a... Wo sind die Allianzen, etwas nachhaltig dagegen zu tun?

Prof.Dr. Martina Schrauder, Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation sprach auch zu den Möglichkeiten und Chancen durch Digitalisierung in Berufsfeldern, in denen Frauen so gut wie gar nicht vertreten sind.

Eine Abschlussbroschüre wurde mit den Projektträgern gestaltet, in der wir uns thematisch äußern und die Gelingensfaktoren auflisten, für ausgesuchte Felder, in denen wir ein praktisches, fundiertes Knowhow erarbeitet haben. Interessanterweise sind auf der Illustration „Alle Akteure in einem Bild“ die Standorte nicht vertreten. Dafür haben die Standorte sehr viel praktische und organisatorische Einblicke gegeben und ihre Nähkästchen geöffnet. Klar, kann die Broschüre beim BMFSFJ auch angefordert werden und wird auch auf den entsprechenden Seiten digital veröffentlicht werden.

Gleichstellungszitate, eine Retroperspektive der Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit haben wir Träger zum gelingenden Abschluss vor Ort beigetragen, sowie verschiedene Kurzfilme, die die Protagonisten vor Ort zu Wort kommen ließen. Diese lockerten die gesprochenen Teile der sehr professionellen Abschlussveranstaltung auf und sollen veröffentlicht ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. Die Statements zur Gleichstellung sind bereits abrufbar.

Wir Standorte haben sehr viel in den knapp dreizehn Jahren geschafft, auf den Weg gebracht, ausprobiert und evaluiert, verstetigt und dazu beigetragen, dass in der Beratungspraxis der Bundesagentur für Arbeit Modulbestandteile aus unserer Beratungspraxis und unserer Coachingarbeit etabliert werden sollen.

Wir Standorte wissen um die Herausforderungen dieser umfassenden Begleitprozesse und haben Netzwerke geknüpft, die ihresgleichen suchen.

Wir wünschen uns, dass die Erkenntnisse und Ergebnisse nicht als Erkenntnisfriedhof beachtet, sondern die notwendigen Konsequenzen schnell und zukunftsweisend umgesetzt werden und der Erfolgsanteil der Standortträger weiter wirken kann.