Aus Kindern werden Leute…

….und bevor das passiert, wandern sie schon in die entsprechende Schachtel! Als Babyboomer weiß ich ein wenig, wovon ich spreche.

Prägende Einflüsse tangieren die unterschiedlichen Generationen im Ganzen und wirken sich auf das tägliche Handeln aus. Meine Kinder gehören den Generationen Y und Z an. Erstere, geboren zwischen 1980 und 1993 werden durch den ersten Internetboom und die Globalisierung geprägt und die Z-Generation, geboren zwischen 1994 und 2010 hat die Digitalisierung des Alltags komplett in das eigene Leben integriert. Jeder Generation lassen sich prägende Einflüsse zuordnen. Wir sprechen von den Generationen X, Y, Z und befinden uns gerade in der Alphaphase. Meine Enkel gehören der Alpha-Generation an, bei der die Systematisierung besonders spannend ist. Klimawandel, Umweltschutz, globales Lernen und Digitalisierung werden ihre Themen sein. Es ist absehbar, je autonomer ihr Umfeld wird, desto weniger Freiraum werden sie haben, um ihre Selbstwirksamkeit zu leben. Die vorgenommen Einordnungen und Systematisierungen sind nicht nur für das Marketing, sondern auch für zukünftige Arbeitgeber interessant. Es wird analysiert, was die Generation von der Generation vorher unterscheidet und wir sprechen dabei von Einteilungen, die oft nur noch 15 Jahre gelten. Ausgewertet werden: welche Werte haben die Menschen, wie motiviert sind sie, welche Kommunikationsmedien nutzen sie, wie gestalten sie ihr Arbeitsleben, durch welche Einflüsse werden sie geprägt. Es wird an dieser Stelle auch vom Generationskonflikt gesprochen, bewusste oder unbewusste Abgrenzung ist Wunsch und Notwendigkeit zugleich. Beachtliche Streuungen innerhalb der Generationen sind normal und trotzdem gibt es erhebliche Unterschiede bei den Mittelwerten.

Wir fragen uns bei Perspektive Wiedereinstieg, ob diese Klassifizierungen anders aussehen würden, wenn die Erziehungsstile der Elterngeneration damit korreliert würden. Neben den Umgebungseinflüssen, prägen der Umgang derjenigen, die in enger Beziehung zu Kindern und Jugendlichen stehen, auch deren Verhalten und Anspruchsdenken. Berufe haben eine Ausbildungsordnung und werden mit Brief und Siegel bescheinigt. Elternsein dagegen wird oft durch Werte, Traditionen, Vorbild und Nachahmung geprägt. Was ist der richtige Erziehungsstil habe ich mich auch das eine oder andere Mal gefragt, wenn ich feststellen musste, das etwas, was bei dem einen Kind klappte, der Holzweg beim anderen war? Da wird der flexible Erziehungsstil gelehrt, der situationsabhängig zum Handeln animiert, andererseits hören wir, dass es Grenzen geben muss, die die Eltern setzen sollen, von emotionaler Sicherheit wird gesprochen, klare Regeln gesetzt, Ich-Botschaften gesandt, Konsequenzen ermöglichen Lerneffekte, und, und…. Gar nicht so einfach alles zu beherzigen und  zu loben, wenn einem nicht nach loben zumute ist. Hauptsache wir finden uns nicht in den Negativbeschreibungen wie Rasenmäher- oder Curling-Eltern wieder, die bedingungslos jeden Kiesel aus dem Weg des eigenen Nachwuchs räumen. Eltern handeln aus Liebe zu ihrem Kind und schießen doch das eine oder andere Mal über das Ziel hinaus.

Ich weiß, dass ich nicht alles, was meine Kinder und Enkel tun und tun werden, eins zu eins gutheißen muss, was im umgekehrten Fall natürlich auch gilt. Was aber ganz sicher ist, wir bleiben im Dialog. Grantler oder Ok, Boomer geht gar nicht.