Coronavirus: Besondere Herausforderungen in besonderen Zeiten

Am Freitag, 13.03.20 war für die meisten betreuungspflichtigen Kinder und ihre Eltern die Welt nicht mehr so wie vorher. Mit der Bekanntmachung durch den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder wurde verfügt, dass Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen ab Montag, 16.03. bis einschließlich 19.04 zu schließen sind. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (STAMAS) versandte gleichzeitig eine Elterninformation. Kinder dürfen in dem genannten Zeitraum keine Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten. Alle regulären Betreuungsangebote entfallen damit.

Ausnahmen gibt es nur für die Bevölkerungsgruppen, die in der so genannten kritischen Infrastruktur tätig sind, z.B. Krankenhauspersonal, Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste. 

Freizeitbetreuungen wie z.B. durch den Stadtjugendring oder die Sportvereine entfallen ab sofort ebenfalls flächendeckend.  

Verursacher dieser Situation ist das Coronavirus, dessen kontinuierliche Verbreitung durch die drastischen Maßnahmen verlangsamt werden soll. 

Im Schreiben des Ministeriums heißt es „Der Bayerischen Staatsregierung ist bewusst, dass die Betretungsverbote Eltern vor größte Herausforderungen stellen. Wir danken Ihnen ausdrücklich für Ihren Beitrag zum Infektionsschutz.“ 

Damit beginnt das Dilemma der betreuenden Eltern. Verschiedene Szenarien sind denkbar.  

Berufstätige Eltern können bei Krankheit des eigenen Kindes einen Anspruch auf Kinderkrankengeld haben, wenn sie ihrer Arbeit wegen der Betreuung des eigenen kranken Kinds fernbleiben müssen. Vorausgesetzt es steht keine andere Vertrauensperson zur Verfügung und das Kind hat noch nicht das 12. Lebensjahr vollendet oder das Kind ist behindert und auf Hilfe angewiesen. Auskünfte in diesen Fällen erteilen die jeweiligen Krankenkassen. 

Ist das Kind nicht krank und braucht Betreuung müssen alle Regelungen mit dem Arbeitgeber besprochen werden, der mit den Eltern einvernehmlich individuelle Lösungen suchen wird, vom Überstundenabbau und vorübergehender Arbeitszeitreduzierung oder –umverteilung, über Urlaub oder Sonderurlaub für die Zeiten, in denen die Kinderbetreuung sonst nicht geregelt ist. „Unter Umständen könnte sich ein Anspruch auf Lohnfortzahlung aus der Vorschrift des § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ergeben. Darin ist geregelt, dass Arbeitnehmer ihren Lohn weiter beziehen, wenn sie für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch „ein in ihrer Person liegendes unverschuldetes Leistungshindernis“ ausfallen. Diese Regelung kann aber im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ausgeschlossen werden, was in der Praxis auch oft der Fall ist.“ 

Ob sich aus dem Betretungsverbot der Einrichtungen eine Reduzierung der Betreuungsbeiträge ableiten lässt, ist dagegen nicht eindeutig zu beantworten. Dafür lohnt es sich einmal in die Betreuungsverträge zu schauen. Die Stadt Augsburg hat eine Hotline eingerichtet. 

Als Lösungen werden Betreuungen durch das eigene soziale Netzwerk angeraten, ohne dass es zu Häufungen von Sozialkontakten kommt.  

Auch wenn die getroffenen Entscheidungen zu erheblichen Einschränkungen und Herausforderungen führen, sollte uns bewusst sein, dass wir es für uns alle tun und wir eine gesellschaftliche Verpflichtung gegenüber denjenigen haben, die es verstärkt zu schützen gilt. Vielleicht gelingt jetzt im Zusammenschluss die nachbarschaftliche Hilfe zu aktivieren und sich gegenseitig zu unterstützen. 

Auch wenn die weiterführenden Schulen auf Angebote ihrer Lernplattformen verweisen, wissen wir natürlich nicht, inwieweit diese Regelungen auch alle Schüler und Schülerinnen erreichen können. Wir wollen Ihnen in Ihrer Rolle als Lerncoach für Ihr eigenes Kind noch ein paar Tipps mitgeben. Die Betreuung hier ist sicher nicht weniger fordernd als bei den ganz Kleinen. Zumal für die ersten Wochen schon erwartet wird, dass sich die Kinder und Jugendlichen je nach Alter auch um ihre schulischen Belange selbständig und eigenverantwortlich kümmern. 

Neben den Möglichkeiten, die die Schulen von sich aus über ihre Lernplattformen eingerichtet haben, gibt es z.B. als temporäre Alternative die Plattform sofatutor, die kostenfrei für vier Wochen den Unterrichtsausfall kompensiert von der ersten Klasse bis zum Abschluss, einige Schulen/Pädagog*innen nutzen sie offiziell zur Unterrichtsergänzung;  oder z.B. die Plattform lernraum-berlin.de; Neben Lernvideos gibt es Arbeitsblätter, Übungen, einen Live Chat für Schüler*innen wenn sie Fragen haben, alleine nicht weiterkommen. Hinweisen wollen wir natürlich auch auf die vielen Lernvideos auf youtube und für die Vorbereitung auf den qualifizierenden Abschluss (QA) und mittleren Abschluss der Mittelschulen auf die seit Jahren gewachsene Sammlung von Prüfungen gerade für Mathematik auf der Seite der Mittelschule Bad Kötzting. Auf den Seiten von Bayern Alpha Grips finden sich viele Tipps, Podcasts und Lerninfos nicht nur für Mathe, sondern auch vom Textverstehen bis zum Textschreiben für Deutsch und Englisch, die schon vielen Schüler und Schülerinnen geholfen haben, sich auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten.