Das neue Jahr 2021

Jetzt ist es da, das neue, noch junge Jahr 2021. Zuverlässig und unbeirrt hat es begonnen. Es wurde von uns begrüßt, ohne dass wir Raketen zuhauf in die Luft gejagt haben und sicher mit Silvesterfeiern, die sich von den letzten stark unterschieden haben.

Was geblieben ist, sind die Vorsätze, die wir uns mit schöner Regelmäßigkeit entschlossen vornehmen und dann womöglich schnell wieder verwerfen.

Einige Vorsätze sind in Corona-Zeiten gar nicht so leicht umzusetzen, z.B. mehr Sport, ja gerne, aber im Studio gerade nicht möglich, Fahrradfahren mit Maske nicht jedermanns Sache, walken, unbedingt für die nachlassende Fitness, aber zu Zeiten, wenn die anderen noch nicht unterwegs sind und alleine macht es auch nicht so viel Spaß.

Wenn nun schon die Motivation wegen der Einschränkung zur Auswahl womöglich leidet, stellt sich die Frage, Vorsätze überhaupt fassen?

Wir denken ja, schließlich hat eine Studie in Schweden aufgezeigt, dass das Durchhalten und der Erfolg der Vorsätze wesentlich davon abhängen, wie sie formuliert sind. Dabei bevorzugt unser Gehirn Lösungsvorschläge zeigen die Forschungsergebnisse.

Was heißt das nun genau? Die Schweden stellten in ihrer Studie fest, dass positiv formulierte Vorsätze von den Teilnehmenden besser einzuhalten waren als z.B. auferlegte Verbote. Wer sich also eine Gewichtsabnahme auferlegt tut sich schwerer als derjenige, der fitter werden will. Weniger Konsum von einer Sache ist leichter als der komplette Verzicht. Dagegen war die unterstützende Hilfe durch Tipps, Hinweise oder anderes kein großer Motivator, um durchzuhalten. 59 Prozent der Studienteilnehmenden hielten besser und länger durch mit ihren wohl formulierten Zielen: ich werde mehr laufen als mit dem Ziel: Ich esse nur noch die Hälfte. Die Umformulierung hilft auch noch nachträglich als mentale Unterstützung wurde festgestellt. Ein Wundermittel ist sie trotzdem nicht. Nach wie vor steht die Erreichbarkeit beim Formulieren im Vordergrund. Vermeidungsziele bieten keine Alternativen. Annäherungsziele schon. Und Sie wissen ja: im Sinne von Gutes tun und darüber reden, motiviert das Erzählen vor Freunden und Familie zum Durchhalten.

Das Fazit an dieser Stelle lautet: gut gemeinte Hilfe von anderen ist nicht entscheidend, die Wortwahl bei der Formulierung schon. Es sollte Ihr Ziel sein und nicht das eines anderen. Vermeidungsziele sind kontraproduktiv für das Durchhalten. Etwas Neues in den Alltag einzuführen ist leichter als sich etwas ganz zu verbieten. Verhalten zu vermeiden ist schwieriger als es zu ersetzen. Denken Sie an die Macht des Wortes bei der Konditionierung. Keine Süßigkeiten mehr essen, schwierig, mehr Obst essen, fällt leichter.

Sonia Lippke von der Jacobs University in Bremen weist darauf hin, wie wichtig die Erkenntnisse auch gerade in unserer Pandemie-Situation sind. Das Vermeidungsziel „Kontaktbeschränkungen“ funktioniert auf Dauer schlechter als das Annäherungsziel „ich bleibe zu Hause“ oder „ich rufe jeden Tag einen meiner Freunde an“. Das bringt auch mit sich, dass wir unsere eigenen guten Vorsätze stärker reflektieren und unser Ich stärker in der Gemeinschaft verorten müssen.

Das diese nur traditionell zum Jahresanfang hin verortet sind, versteht sich von selbst. Wer hindert uns, sie dann zu fassen, wenn es notwendig wird?

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Start in das neue Jahr 2021.