Der Mai ist gekommen und Muttertag steht vor der Tür

Der Mai ist gekommen und Muttertag steht vor der Tür! Braucht es einen Gedenk- und Feiertag für Mütter? Schauen wir uns zunächst an, seit wann es diesen Tag gibt und mit welcher Intension er eingeführt wurde und von wem.

Seine Ursprünge hat der Muttertag etwa 250 Jahre vor Christus als für römische und griechische Göttinnen ein Art Muttertagsfest abgehalten wurde. Bereits im 13. Jahrhundert in England stand am Mothering Day Mutter Kirche im Mittelpunkt der Feierlichkeiten und verfestigte sich im mittelalterlichen England. Am Ehrentag fanden sich Kinder und Enkelkinder mit Kuchen und selbst gefertigten kleinen Geschenken bei ihren Müttern ein.

Der weltweite Einzug des Muttertags begann 1905. Die Amerikanerin Anna Jarvis setzte sich nach dem Tod ihrer Mutter am 08. Mai dafür ein, dass Mütter noch zu Lebzeiten geehrt werden sollten. Ihre Mutter hatte sich unermüdlich für die Verbesserung sanitärer Anlagen eingesetzt, um die Kindersterblichkeit zu bekämpfen. Zunächst wandte sich Anna Jarvis an den Pfarrer ihrer Gemeinde, später an weitere Geistliche, an Politiker und einflussreiche Männer. Die Einführung eines Tages, an dem Mütter ein unvergängliches Denkmal gesetzt wurde, war ihr so wichtig, dass sie eine Werbeagentur erwarb und sich unermüdlich für ihre Botschaft einsetzte. Bereits 1907 wurde der zweite Maisonntag offiziell zum Muttertag erklärt. Als Symbole führte sie eine rote Nelke für lebende und eine weiße Nelke für bereits tote Mütter ein.

Nach dem ersten Weltkrieg setzte sich der Muttertag auf dem europäischen Festland durch. In der Schweiz wurde er 1917, danach in Österreich und Skandinavien eingeführt. In Deutschland wird er seit 1922 gefeiert und erlangte während der national-sozialistischen Herrschaft einen bitteren Beigeschmack, weil Mütter als Garantinnen für den Fortbestand der arischen Rasse galten.

Anna Jarvis starb 1948 verarmt in einem Altenheim in Philadelphia, ohne selbst Mutter geworden zu sein, nachdem sie ihr gesamtes Vermögen dafür einsetzte, den Muttertag wieder abzuschaffen. Die Kosten für Pflege und Unterkunft übernahmen Blumenhändler, die wirtschaftlich am meisten von der Einführung dieses Muttertags profitiert haben.

Muttertag wird international gefeiert. Bei uns ist der zweite Sonntag im Mai Muttertag. Verankert als gesetzlicher Feiertag ist der Muttertag nicht, sondern basiert auf Übereinkünften der Wirtschaftsverbände.

Gegen die Kommerzialisierung hatte bereits Anna Marie Jarvis erfolglos gekämpft. Der Ursprung, einen Gedenktag für die Mütter zu schaffen, um ihre Arbeit, ihren Einsatz für die Familie und ihre Kinder zu ehren, war der hehre Wunsch und der ist es heute noch.

Ob Bayern für den Muttertag trotz Corona-Krise eine Sonderregelung schafft, damit Mütter, gerade in Pflege- und Altenheimen besucht werden können, ist endgültig noch nicht entschieden. Nichtsdestotrotz freuen sich alle Mütter am kommenden Sonntag darüber, dass ihre Kinder an sie denken. Dazu bedarf es sicher keiner großen Geschenke. Mit ihnen telefonieren, eine Videobotschaft schicken, ein Lied singen, ein Gedicht verfassen und damit klar machen, dass alle sich der großen Verantwortungsübernahme ihrer Mütter bewusst sind. Danke sagen sie für die Liebe, die ihnen ihre Mütter über die Zeit geschenkt haben, ohne „wenn und aber“. Das freut jede Mutter, auch wenn sie an dieser Stelle sagen wird, das war doch gar nicht nötig.