Ein Anschreiben für alle

Unsere Teilnehmenden im Bewerbungsprozess sind manchmal verunsichert, wenn es daran geht, das richtige, ansprechende oder gar beste Anschreiben zu formulieren.

Was gehört hinein, was ist ein so genanntes No Go, wie kann ich mein Gegenüber ansprechen, dass es Lust hat, mich kennenzulernen und wie wirkt es authentisch und nicht aufgesetzt? Wie kann ich überzeugend etwas zu meiner Motivation sagen, ohne dass es formelhaft und abgeschrieben klingt?

Schließlich ist das Anschreiben immer noch ein formales Schreiben an Institution oder Person. Es ist Teil einer Bewerbungsmappe und richtet sich persönlich an den Empfänger.

Fangen wir mit den leichteren Teilen an. Designmäßig sollte es in jedem Fall zum anderen Teil der Bewerbung passen. Die eigenen Kontaktdaten sind übersichtlich im Briefkopf aufgelistet und der Adresskopf passt  DIN-Norm konform in das Sichtfenster eines Briefumschlags. Der Ansprechpartner erkennt auf den ersten Blick, auf welche Stelle sich die Bewerbung bezieht. Und eine gewisse Struktur im Schreiben erleichtert das Lesen ungemein. Dagegen ist der Blocksatz weitestgehend nicht mehr angesagt. Auch der Hinweis, dass das Anschreiben auf eine Seite passen sollte, wird gelegentlich ignoriert. Allerdings sollten Sie dann etwas Wichtiges mitzuteilen haben und sich nicht wiederholen. In jedem Fall ist es geschickter, eine zweite Seite zu bemühen, als den Text bis zur Fußzeile hin auszudehnen. Andererseits sollte auf der zweiten Seite nicht nur der Wunsch nach einer Einladung zur Vorstellung und die Grußformel stehen.

Sie sehen: Gefragt ist soviel als möglich, ohne sich als Plaudertasche zu outen. Es muss passen und eine Übertragung auf ein Anschreiben für eine andere Firma, wird nur bedingt gehen.

Trauen Sie sich, wenn möglich, schon vor der schriftlichen Bewerbung in Kontakt mit dem Unternehmen zu treten, dann können Sie diesen erfolgten Kontakt als Einleitungssatz verwenden und der Hinweis: Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre in der Zeitung XY ausgeschriebenen Stelle…., kann entfallen, auch wenn er richtig ist. Nutzen Sie informelle Kontakte und weisen Sie ruhig darauf hin.

Wenn das nicht geht, formulieren Sie Ihre Motivation für die Bewerbung!

Beantworten Sie sich selbst die Frage, warum haben Sie dieses Unternehmen, diese Institution ausgewählt, was spricht Sie an, warum wollen Sie dort unbedingt arbeiten? In einem zweiten Abschnitt beschreiben Sie die Voraussetzungen, die Sie zur Erfüllung der fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen und der geforderten Skills mitbringen und warum Sie für die ausgeschriebene Stelle die richtige Kandidatin sind. Sagen Sie etwas zu Ihrer Motivation und was der potenzielle Arbeitgeber durch eine Einstellung Ihrer Person gewinnen wird. Zeigen Sie bereits im Anschreiben, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt haben. Ist die Unternehmensphilosophie auch die Ihre? Ergänzen Sie sich?

Dann gibt es noch die Frage nach dem Stil des Anschreibens. Es gibt Stellenausschreibungen, die locker flockig in der Du-Form formuliert sind. Man kann, muss aber nicht das Duzen beim Anschreiben aufnehmen. Verbiegen Sie sich nicht! Sie werden sicher nicht deshalb eingeladen, weil Sie zurückduzen und nicht abgelehnt, weil Sie beim Sie bleiben.

In jedem Fall sollte auch ein Anschreiben individuell sein und die Musteranschreiben, die Sie im Internet finden, können nur Anregung, aber in Ihrem persönlichen Anschreiben nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Es dauert ein Anschreiben zu formulieren, nehmen Sie sich die Zeit dazu!