Globales Lernen

„Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln,“ formulierte der englische Philosoph und Soziologe Herbert Spencer und diese Weisheit wird weiterhin in diesem Kontext gerne zitiert.

Wenn ich es mir genau überlege, eine Binsenweisheit? Sicher, das Wissen allein verändert Situationen nicht, sondern nur das Tun. Um ins Handeln zu kommen, muss sich das Bewusstsein für eine Sache ändern. Schon im Januar 2009 forderten die bundesweit organisierten Eltern des Bundeselternrats Bildungsstandards für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf ihrer Fachtagung in Augsburg. Die Kernkompetenzen Erkennen, Bewerten und Handeln sollten in den Vordergrund gestellt werden. Ausgangspunkt war der von der Kultusministerkonferenz verabschiedete Orientierungsrahmen zur Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Juni 2007. Globales Lernen findet im Spannungsdreieck Umwelt, Wirtschaft und Soziales statt. Das bedeutet auch, dass ein Handeln in einem Bereich Auswirkungen auf den anderen hat, Grenzen überschreitend ist. Wir forderten dazu auf, vorhandenes globales Wissen in der Elternschaft professionell einzusetzen, um Bildungsqualität nachhaltig zu verbessern. Globalisierung wollten wir nicht ausschließlich problembehaftet, sondern als Chance sehen. Eine genaue Definition des Begriffs Globales Lernen gibt es eigentlich nicht. Es gibt Leitlinien, Konzepte und Methoden für die Vermittlung der Ziele für Lehrende und natürlich für politische Entscheidungsträger. Trotzdem sind Nachhaltigkeitsprinzipien entstanden. Auch die Stadt Augsburg hat mit Hilfe von Bürgerprozessen sich Zukunftsleitlinien gegeben. Globales Lernen versteht sich als pädagogische Antwort auf die Erfordernisse einer nachhaltigen Entwicklung.  Der ursprüngliche Orientierungsrahmen des Jahres 2007 wurde sukzessive auf Initiative der Kultusministerkonferenz der Länder der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weiterentwickelt. Damit wird er zum Instrument, um Bildung für nachhaltige Entwicklung mit globalen Perspektiven an Bildungsstätten, in Schule und Unterricht zu verankern. Vielleicht erklärt sich auch daraus, dass wir mit Kenntnisnahme von Zusammenhängen als Einzelpersonen und –gruppen schneller reagieren können als andere. Sicher ist, dass wir bereit sind unsere Bewertungen vorzunehmen und zu handeln und der Politik das eine oder andere Mal davon laufen. Für die notwendigen Informationen wird auch von offizieller Seite gesorgt. Neben dem  Orientierungsrahmen findet sich hier Wissenswertes zum Thema, Wettbewerbe, Stipendien und weitere Informationen zur Bewegung Fridays for future. Unsere Erkenntnis, unsere Bewertung und unser Handeln werden davon beeinflusst.