Ich und Karriere

Zu Beginn des Wiedereinstiegsprozesses klären wir die Motivation für diesen Schritt. Was sind die Gründe? Warum möchte Frau wieder in den Beruf und am Arbeitsmarkt einsteigen?

Die Antworten sind so vielfältig wie die Frauen. Die Trennung vom Partner, eine sinnvolle Beschäftigung nach der Familienpause, der Wunsch eigenes Geld zu verdienen, etwas für die Rente zu tun, sich auszuprobieren sind nur einige Antworten dabei. Der Zusatz, eigentlich muss ich nicht arbeiten, weil mein Mann genügend verdient, wirkt dabei schon mal wie Gas geben mit angezogener Handbremse. Der Hinweis, ich will nicht an der Stelle wieder einsteigen, an der ich aufgehört habe, wirkt ebenfalls einschränkend, auch wenn er nicht so gemeint ist.

Schließlich gilt es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinzubekommen und dafür ist Frau bereit, Abstriche zu machen. Eigentlich schade. Der Wiedereinstieg unter Niveau birgt die Gefahr in sich, dass ein potenzieller Arbeitgeber diesen in seinem Unternehmen als Sprungbrett für die Frau sieht.  Will sie sich nach einiger Zeit davon wegbewegen, um bei einem anderen Arbeitgeber jetzt mit Berufserfahrung die Karriere voranzutreiben? Keiner will Einarbeitungsprozesse anbieten, wenn nicht gewährleistet ist, dass der Nutzen im Unternehmen bleibt. Halbe Kraft voraus, wenn eigentlich mehr drin ist und sich nach einiger Zeit herausstellt, Frau ist an dieser Stelle unterfordert, geht eher nicht.

Karriere ist definiert als berufliche Laufbahn, der berufliche Weg eines jeden Menschen, der nach oben führt. Frauenkarrieren in Unternehmen sind auch Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen, doch lange nicht so häufig wie es notwendig scheint. Nun gibt es natürlich auch Berufe und Bereiche, bei und in denen der berufliche Aufstieg nur sehr eingeschränkt möglich ist oder so begrenzt in Hierarchien eingebunden ist, dass er gar nicht wahrnehmbar scheint.

Perspektivisch muss sich Frau trotzdem darüber klar sein, wohin der Weg gehen soll. Die berühmte Frage: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren, braucht an dieser Stelle eine Antwort, auch für sie selbst.

Und an dieser Stelle wünschen wir ihr die starken Partner an ihrer Seite, die bereit sind, ihren Weg mit zu begleiten und mitzugehen, von ihrer eigenen Komfortzone etwas abgeben.

Familienaufgaben müssen neu organisiert und eingeteilt werden. Zum Kindergarten bringen und holen, kann auch der Papa. Er spricht mit seinen Kollegen und Chefs, schränkt seine Verfügbarkeit auf die vereinbarten Arbeitszeiten ein, denkt über einen Wechsel nach, schließlich ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch sein Thema. Über die Aussage an seinen Arbeitszeiten lässt sich nichts ändern, weil er der Hauptverdiener ist, muss zumindest ernsthaft gesprochen werden, vielleicht wollte er schon immer seine Zeiten ein wenig reduzieren, um der Familie zur Verfügung zu stehen.

Der Wiedereinstieg der Frau zurück an den Arbeitsmarkt ist nicht nur ihr Thema und ihre Angelegenheit. Ein Team und das ist Familie löst die Herausforderungen gemeinsam, schließlich werden alle vom erfolgreichen Wiedereinstieg profitieren.

Und wenn dann gemeinschaftliche Entscheidungen getroffen werden, dann sind diese auch für alle Beteiligten verbindlich. Vor allem Tun steht die Kommunikation und Klärung dessen, was Frau will und was möglich ist.