Internationaler Mädchentag am 11.10.

Zum „International Day of the Girl Child” wurde der 11. Oktober von den Vereinten Nationen im Dezember 2011 bestimmt. Der Deutsche Bundestag erkannte den Tag fraktionsübergreifend an. Seitdem wird besonders an diesem Tag durch Verlautbarungen, Aktionen, die so genannten „Takeovers“ auf die weltweiten Belange von Mädchen aufmerksam gemacht und darüber hinaus an jedem anderen Tag im Jahr. Gleichberechtigung beginnt nicht erst im Erwachsenenalter. Die internationale Staatengemeinschaft ist aufgefordert, dem Thema mehr Aufmerksamkeit beizumessen und sich dafür einzusetzen.

Neben dem Weltkindertag  am 20.09. und dem Weltfrauentag am 08.03. nimmt der Welt-Mädchentag die Belange von Mädchen in den Fokus wie z.B. ihren erschwerten Zugang zu Bildung, Frühverheiratung, Frühschwangerschaft und sexuelle Gewalt. Herausforderungen und Erschwernisse, die verhindern, dass diese Mädchen und späteren jungen Frauen ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben haben.

Während die Rechte von Kindern durch die UN-Kinderrechtskonvention schon gleichlautend für alle Geschlechter festgelegt sind, sind es die Chancen immer noch nicht. Mädchen und Frauen können ihre Bedürfnisse nicht frei leben und werden in ihrer persönlichen Entfaltung durch Umstände, Hindernisse, die sie nicht zu verantworten haben, ausgebremst.

Plan International organisiert seit 2012 Takeover-Aktionen, in denen Mädchen in Bereichen sichtbar werden, in denen junge Frauen und ihre Interessen sonst eher unterrepräsentiert oder gar unsichtbar sind. Dabei werden Mädchen ermutigt, aktiv das eigene Leben zu gestalten und Beeinflussungen von außen gering zu halten. Zusätzlich übernehmen sie in Schlüsselpositionen die Aufgaben, andere zu ihren Rechten zu informieren, Gleichberechtigung und Teilhabe in allen Bereichen einzufordern.

Jede und jeder ist gefordert die berechtigten Anliegen zu unterstützen und Zeichen zu setzen.

Prominente Unterstützer der Anliegen anlässlich des Welt-Mädchentags 2020 sind Malala Yousafzai, pakistanische Aktivistin für Frauenbildung und Nobelpreisträgerin, Megan Markle und Prinz Harry, Herzogpaar aus Sussex. In ihrer gemeinsamen Videobotschaft anlässlich des Weltmädchentags thematisieren sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Zugang von Mädchen zur Bildung und ihrer weltweit stärkeren Betroffenheit durch die Pandemie. Laut dem Malala Fund gingen vor Ausbruch der Pandemie weltweit 129 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Die Berechnungen zur Pandemie zeigen auf, dass sich diese Zahl um weitere 20 Millionen Mädchen im Sekundarschulalter erhöhen wird- selbst wenn sich die Situation verbessert.

Die Auswirkungen der Pandemie sind bei uns nicht so krass,  doch die Präsidentin des Wissenschaftszentrum für Sozialforschung  Jutta Allmendinger stellt auch bei uns ein großes Ungleichgewicht fest, das sich in der Coronakrise noch weiter verstärkt hat, weil Frauen in unseren Breitengraden nach wie vor den Großteil an Careaufgaben leisten und ihr Arbeitsvolumen deshalb kleiner ist als das der Männer.

Am Weltbevölkerungstag, am 11.07. wurden die statistischen Daten zur Weltbevölkerung veröffentlicht, basierend auf den Fortschreibungen der amtlichen Veröffentlichungen. Danach lebten 7,79 Milliarden Menschen auf der Welt am 11.07.20, von denen gut die Hälfte weiblich ist. Die Bevölkerung wird weiter wachsen. Ursache ist unter anderem: ungewollte Schwangerschaften, weil Frauen und Mädchen nur mangelnden Zugang zu Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsdiensten haben. 

Umso wichtiger ist es, dass Frauen und Mütter die Kette unterbrechen, sich für die eigene Bildung und Teilhabe einsetzen (können) und sich solidarisieren, egal wo sie leben auf dieser Welt.