Sie ist 'ne Power-Frau, die alle Tricks kennt.

Im Communication-Front-Consulting-Multi-Management ist sie Main-Assistant-Chief-Controlling-Analyst, komponierten die Wise-Guys bereits 2003.

 

Menschen mit Power, das  sind wir Frauen. Wir stehen mit beiden Beinen im privaten und Berufs-Leben. Organisieren und engagieren uns da, wo Not an der Frau ist. Wir tragen dazu bei, dass sich das Bild von der Frau im gesellschaftlichen Kontext ändert. Dabei beziehen wir unsere Power nicht auf entweder/oder, sondern auf Familie und Beruf. Je jünger Frauen sind, desto eher lehnen sie eine Frauenquote ab. Sie wollen auf Grund ihrer Leistung anerkannt werden und nicht, weil es so vorgesehen ist. Da unterscheiden wir uns von skandinavischen Ländern. Parität bedeutet da auch, dass Mann aufspringt, um rechtzeitig in der Kita den eigenen Nachwuchs abzuholen. Ältere Frauen wie ich wissen, dass die Welt das eine oder andere Mal auch einen Anstoß benötigt und sind bereit dazu.

Eine Powerfrau im positiven Sinn ist sicher Professor Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) seit 2007. Sie forscht seit Langem auch dazu, ob sich die Gesellschaft grundlegend verändern würde, wenn Frauen am Großteil der Stellschrauben sitzen würden.

Sie war an der Vermächtnisstudie beteiligt, die offenlegt, wie es um den Zusammenhalt in der Gesellschaft bestellt und wie Sinn stiftend Arbeit ist.

Rabenmutter ist für Jutta Allmendinger kein Schimpfwort. Raben sind schließlich kluge und gewitzte Vögel, die recht schnell selbständig werden mit Hilfe der Unterstützung ihrer Eltern. Ein Leben neben der Familie ist wichtig für die Selbstentfaltung, das soziale Miteinander und die Anerkennung. Dabei wollen Frauen nicht in das Rollenmuster von berufstätigen Männern schlüpfen.

Wie könnte sich der Arbeitsmarkt verändern, wenn sich Eltern die Elternzeit teilen würden, z.B. das erste Jahr die Mutter, das zweite Jahr der Vater oder beide sich auf das Zeitmodell bei den beruflichen Arbeits-Wochenstunden 30/30 einigen könnten? Könnte sich der Arbeitgeberblick auf die junge wiedereinsteigende Mutter dadurch verändern? Kind gleich Ende von Karrierewunsch und –möglichkeit? Noch sind es eindeutig zu wenige Männer, die sich für eine längere Homephase entscheiden. Bei der gemeinsamen Elternzeit nehmen Väter in der Regel eine zweimonatige Auszeit und Frauen rutschen automatisch in die schlechtere Verhandlungsposition nicht nur beim Wiedereinstieg. Später tun sie sich schwer, neu zu verhandeln auch mit dem Partner, weil die Gehaltsspanne schon eine fast unüberwindbare Barriere bildet und das Ernährer-Modell Terrain gut gemacht hat. Im Betrieb selbst fragt dann keiner mehr, was Powerfrauen alles leisten (können), wenn die Auszeiten zu lang sind.

Wer sich bewusst für ein Kind entscheidet, darf die Fragen zur Versorgung und Betreuung nicht ausklammern. Mutter und Vater sein, muss gelernt werden und ist in der Regel kein ein Personen-Stück. Dabei geht es nicht um die Gleichmachung der Geschlechter, weder im Privaten, noch im Beruf. Dazu gehört auch, dass Frauen von der Einsicht wegkommen, dass nur sie Kinder adäquat betreuen können. Ihre scheinbare Domäne, den Haushalt mit Partnern zu teilen, fällt vielen Frauen ebenfalls schwer, je länger dieser Bereich ausschließlich ihr zugeordnet war und die Rahmenstrukturen alternative Handhabungen schlechter möglich machen. Bezahlte Arbeit ist dann konkurrenzlos, wenn die Bedingungen attraktiv sind. Der Gleichstellungsbericht weiß eine Geschichte dazu zu erzählen.

Powerfrauen sind jene, die mit sich selbst im Reinen sind. Die, die wissen, dass Fehler auch etwas Gutes haben, die sich inspirieren lassen, sich gegenseitig unterstützen und ihre Chancen wahren und nutzen, ihre Entscheidungen bewusst treffen.

Dann muss auch kein Klischee bemüht werden.