Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Höhner wissen, dass jeder Augenblick der Richtige ist und das gilt auch für die Bewerbung nach der Familienpause, oder?

Der Entschluss, zurück an den Arbeitsmarkt zu gehen, kommt nicht wie der gute Neujahrsvorsatz zum Jahresende und nimmt uns in Beschlag, sondern wird von vielen Faktoren beeinflusst, das Ende der Elternzeit, Umzug, Trennung, Arbeitsplatzverlust des Partners und und.

Das „Ob-Überhaupt“ stellt sich an dieser Stelle nicht. Trotzdem lohnt der Blick auf das Wann unter einem anderen Blickwinkel. Ganz generell gilt, ein expandierendes Unternehmen hält eher offene Stellen bereit. Beeinflusst wird die Suche von der Personaldecke und dem vorhandenen Budget, das ein Unternehmen zur Verfügung hat. Saisonunternehmen suchen vielleicht a- oder zyklisch mit dem Anfall der Arbeit. Die Konjunktur tut ein Übriges, um den Stellenmarkt in Wallung oder Flaute zu bringen. Einflussfaktoren, die wir hinnehmen müssen.

Die Menge an freien Stellen wird in der Regel auch nicht davon beeinflusst, ob gerade Jahresende oder Jahresanfang ist. Ein gut wirtschaftendes oder „In“ Unternehmen kann am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Jahres freie Stellen haben, auch wenn es dazu anders lautende Meinungen gibt.

Sicher gibt es Branchen, die einem eigenen Zyklus folgen wie z.B. die Gastronomie, die Baubranche oder der Online-Handel und die damit verbundenen Unternehmen. Die scheinbare reduzierte Menge an Angeboten ist aber auch anderen Faktoren geschuldet. Es steht der Jahresabschluss (der für ein Unternehmen auch im März liegen kann) an, die Personaldecke ist durch Urlaub, Krankheit dünner oder es stehen Wechsel im Unternehmensfeld, in der Organisation an, die noch nicht abgeschlossen sind. Vielleicht überlegt der eine oder andere Personaler auch, wann es seiner Erfahrung nach wechselwillige Bewerber geben könnte. Der Bewerbungskalender ist an dieser Stelle eher theoretisch.

Bewerben Sie sich, wenn die Stelle ausgeschrieben ist, ein günstigerer Zeitpunkt kommt nicht. Gehen Sie davon aus, dass die Maßnahmen von den Unternehmen gesetzt werden, wenn diese notwendig sind, weil neue Stellen geschaffen oder Stellen vakant werden.

Eine Überlegung ist es sicher wert, wann Sie Ihre Bewerbung abschicken. Am Wochenende haben Sie diese erstellt und versenden noch am Sonntag oder Montag in der Frühe, um eine der ersten zu sein bei der Bewerbung? Gibt es keine Bewerbungsadresse, könnte Ihre Bewerbungsmail erst einmal in einem Mailstau landen, weil andere Aufgaben des Adressaten wichtiger sind. Sie können auch einer  Analyse aus den Staaten vertrauen, wonach die Wahrscheinlichkeit im Bewerbungsprozess weiter berücksichtigt zu werden, gerade am Montag besonders hoch ist. Ob eine Bewerbung am Dienstag oder Donnerstag in nicht amerikanischen Unternehmen besser ist? Wer vermag das schon zu sagen! Sie werden es feststellen, wenn Ihre Bewerbung am Mittwoch punktet.

Achten Sie in jedem Fall darauf wie lange die Stelle schon ausgeschrieben ist. Entweder das Unternehmen hat noch nicht die richtigen Kandidaten gefunden oder vergessen, das Angebot off zu stellen. Leichter ist es bei Ausschreibungen mit Bewerbungsfrist.

Wenn Ihre Traumstelle noch nicht ausgeschrieben ist, machen Sie durch eine Initiativbewerbung auf sich aufmerksam. Wie soll der Markt Sie finden, wenn er nicht weiß, dass es Sie gibt? Bringen Sie sich ins Gespräch. Vorteil von dieser Bewerbungsart? Sie haben weniger Konkurrenz, zeigen Motivation und Engagement. Vielleicht landen Sie in einem Bewerberpool, auf den Sie sich beziehen können.

In jedem Fall sollten Sie sich bewusst und ohne Druck bewerben. Sie präsentieren Ihr Profil, hinter dem Sie stehen. Sie fühlen sich den Anforderungen der Stelle gewachsen, bringen alle fachlichen und persönlichen Voraussetzungen mit. Optimale Voraussetzungen! Überdenken Sie Ihre Kompromissbereitschaft im Vorfeld, was geht noch und was gar nicht. Am besten wäre es, Sie hätten einen Blick auf die Konkurrenz, aber dann wäre es doch zu einfach, oder?