Homeoffice und Kinderbetreuung – kann das gut gehen?

Ja, wir denken schon, wenn es gelingt, einige Regeln zu beachten und sich aufeinander einzulassen. Anderseits hat niemand behauptet, dass es leicht ist, fehlen doch die vielen unterstützenden Strukturen, die den Alltag als berufstätige Eltern mit betreutem Kind so viel leichter machen.

Eltern kennen ihr Kind am besten und haben nun die Möglichkeit den Biorhythmus des Nachwuchses in Absprache mit ihm in einen Tagesablauf zu integrieren. Länger schlafen? Kein Problem, dann beginnen wir halt erst um 9:00 Uhr den Tag. Jeder Tag sollte eine zeitliche Struktur bekommen, egal, ob das Kind ein Schulkind oder ein Kindergartenkind ist. Bewusst gemeinsame Zeiten über den Tag verteilt einplanen, in denen gemeinsam gekocht, Brettspiele gespielt, Geschichten erzählt und vorgelesen oder abseits der normalen Gewohnheiten vielleicht im Wald ein Abenteuer erlebt wird. Sprechen Sie über die Herausforderungen und das, was es zu tun gilt mit allen zusammen Kindern wie Eltern. Ein Familienwochenplan hilft auch auf weitere amtliche Anordnungen ggf. gelassener und kreativ zu reagieren. Dazu kommen genaue Regeln wie etwas zu handhaben ist. Gerade bei den Heranwachsenden sollte es ganz klare Regeln zum Medienkonsum geben, wobei dabei zu unterscheiden ist, ob es für schulische Arbeiten oder das Spielen und Kommunizieren bei Social Media geht.

Altersgemäß den Kindern vermitteln, dass es Zeiten gibt, in denen Eltern nicht gestört werden dürfen, weil sie im Homeoffice sind. Auch im Kindergarten gibt es Tagesabläufe und –rhythmen, an die sich ihr Kind gewöhnt hat. Sehen Sie diese besondere Zeit als Chance sich neu im Miteinander zu entdecken.

Die Schulen und ihre Lehrkräfte haben vieles vorbereitet, was die Kinder erarbeiten sollen. Dafür gibt es mit dem Kind fest vereinbarte Lern- und Arbeitszeiten. Wenn Skype oder Mebiszeiten vorgesehen sind, einen Puffer einbauen, damit Kinder nachfragen können, wenn sie noch Hilfen brauchen z.B. beim Laden von Dokumenten. Selbst organisiertes Lernen haben trotz Wochenplan in der Schule womöglich noch nicht alle Kinder und Jugendliche und wir als Eltern auch nicht verinnerlicht, das fällt jetzt auf und muss begleitet werden. Sie müssen auch nicht neben dem Grundschulkind sitzen, wenn es die Aufgaben erledigt. Stellen Sie sicher, dass es verstanden hat, was es tun soll und lassen Sie es machen. Sprechzeiten einplanen, nicht nur bei den Eltern, ggf. auch Mitschülern und Lehrern. Filme schauen, chatten, kommunizieren, dafür braucht es auch festgelegte Zeiten am besten, wenn Mama und Papa im Homeoffice sind und auch einmal nicht gestört werden dürfen.

Eine gute Gelegenheit als Eltern auch auf die vielen im Netz kursierenden Fake-News einzugehen, die Ängste schüren, die in den sozialen Netzwerken kursieren. Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Jeder und jede kann für sich Verantwortung übernehmen und soll es auch, beim Verhalten, beim Lernen und Arbeiten, auch beim Spielen.

Langweile durch wohl dosierte analoge Angebote wie Bücher, Malsachen, Brett- und Kartenspiele, Hörspiele und anderes durchbrechen. Beim Maulen darauf hinweisen, dass jeder seinen Beitrag leisten kann und soll, Verständnis zeigen, in der Sache aber unnachgiebig sein. Gerade bei unseren Jugendlichen, die sich schnell eingesperrt fühlen.

Die abendliche Feedbackrunde: was hat geklappt und was nicht, gehört ab sofort dazu und kann auch nach der Krise beibehalten werden. Hier ist dann auch die Zeit Korrekturen am ursprünglichen Plan vorzunehmen und zu überlegen, wie weitere notwendige Unterstützung beschafft werden könnte.

Bleiben Sie gesund!