Vorsätze für das neue Jahr 2020

Wer kennt das nicht? In der Rückschau des vergangenen Jahres erkennen wir, dass einige Dinge anders und vor allem besser hätten laufen können und wir nehmen uns vor, zukünftig vieles anders anzugehen. Forscher denken, dass der Ursprung der guten Vorsätze bis in die Antike zurückreicht, so etwa bis zu den alttestamentarischen 10 Geboten des Christentums bzw. bis zu den höchsten Beamten in Rom, die am ersten Tag eines neuen Jahrs ihre Loyalität zum Staat und Kaiser bekundeten. Janus, der Gott mit den zwei Gesichtern, von denen eins in die Vergangenheit und eins in die Zukunft schaut, wurde gefeiert. Der Monat Januar trägt von ihm seinen Namen.

Heute werden Meinungsforscher beauftragt herauszufinden, welche Vorsätze die Menschen beschäftigen. Nicht nur Zeitungen und Magazine berichten über die statistische Auswertung der Antworten. 2020 liegt erstmals das umwelt- und klimafreundliche Verhalten mit in Führung, aber es gibt auch klassisch die Vorsätze: mehr Zeit für die Familie, weniger Stress, Einschränkung der Handy- und Computerzeiten.

Damit nicht genug. Genauso häufig wird untersucht, wie die Bilanz der Vorsätze am Ende des Jahres aussieht und es wird analysiert, warum die vergangenen Vorsätze nicht umgesetzt werden konnten. So wie es Unterschiede zwischen den Geschlechtern, zwischen Jung und Alt gibt, beeinflusst auch die Abnahme der Unzufriedenheit unsere Motivation. Die einen sind angestachelt von der Verbesserung, die anderen sind zufrieden mit dem Teilergebnis und hören auf.

Um unseren eigenen Gewohnheits-Kreislauf an dieser Stelle zu unterbrechen, gibt es viele gute Ratschläge, die sich mit dem Vorsatz an und für sich und dem Durchhalten befassen. Was will ich verändern, wie und in welcher Zeit? Klare Ziele verbunden mit positiven Bildern stärken die Motivation. Der erste Schritt ist das Anfangen, das Tun, Buch über die Erfolge führen, sichtbar machen, sich loben, Ausnahmen bedenken, Unterstützung einfordern. Es gibt nicht den Geheimplan, sondern nur langweilige Disziplin. Lassen Sie sich Zeit. Einen Aktionsplan mit mindestens einer Handlung pro Tag empfiehlt Maria Hoffacker, Gehirnforscherin und externe Lehrbeauftragte für Biologische Psychologie im Studiengang Psychologie an der Hochschule Fresenius in Berlin. So kommen wir unserem Ziel näher und die regelmäßige wöchentliche Anpassung hilft uns, damit wir uns immer neu motivieren. Unser Gehirn ist dabei vergleichbar mit einem Computer. Dieser wird langsam, wenn zu viele Programme, Hintergrunddienste und Browserfenster gleichzeitig offen sind. Ersten Fortschritten folgen oft Hängepartien und Unlust, wenn nichts vorangeht. Typisch für Lernprozesse im Gehirn und beim Computer, bei dem es bei der Neuinstallation heißt, „bitte warten, unterbrechen Sie den Prozess nicht“ so Hoffacker.

Mit diesen Vorüberlegungen und dem kontinuierlichen Aktionsplan brauchen Sie dann auch nicht die guten Vorsätze zum Beginn eines neuen Jahres. Selbst ist der Mensch!